Mittwoch, 15. April 2009

Wut wegen Pomadenkreuzung


Max Raabe du unansehnlicher Idiot. Du denkst du bist wichtig, dabei bist du nur ein unwichtiger Nichtsnutz mit einem zu kurz geratenen Vornamen. Max was soll das sein: „Kurzform von Maximilian“ „To the max“ Bis zum Maximum. Du ziehst dich selbst ins Maximum der Lächerlichkeit. Das ist wohl dein Motto: Maximale Abstumpfung. Du kannst nicht singen, du hast nur ne witzige Stimme.
Vielleicht kannst du singen, aber das interessiert doch keinen. Was soll das überhaupt. Du kopierst doch nur Comedian Harmonists. Und zwar nicht die echten, sondern die falschen aus einer deutschen mittelmäßig produzierten, wenn auch ansehnlichen, Komödie.
Harmonisch ist vielleicht die Musik die du machst, aber deine Präsenz provoziert Hass. Ich weiß nicht wann du angefangen hast dich selber so elendig geil zu finden. MAX RAABE der geile Typ, der alte Lieder singt. Du bist nur ne Kopie von ner Kopie wahrscheinlich von noch einer Kopie denn vor diesem Film gab es bestimmt auch andere Idioten die wie irgendwelchen Kacktunten die von irgendwelchen Kacktussen gesungen haben. Ich weiß dass die Dinger Kakteen heißen, aber du Klugscheißer hattest bestimmt schon den Hörer in der Hand um Bescheid zu sagen. „Ähm, Plural von Kaktus – Kakteen“ – Halts Maul, du Pseudo-Intellektueller Chorknabe. Dein Publikum besteht aus Mittelständlerdamen, die ihre Ehemänner überreden „mal etwas Kultur zu machen“. Es ist kein Zufall, dass du Donnerstags Konzerte gibst. Da läuft selten Fußball. Pokal am Mittwoch. Donnerstag „mal wieder rausgehen, kultur machen“. Freitag Bundesliga.
Was bildest du dir eigentlich ein mit deiner aberwitzigen Garderobe. Du verhöhnst das Proletariat für das deine Lieder geschrieben wurden. Ich will den Schreiner sehen, der mit Fliege bei der Arbeit singt.

Todesanzeige:

Max Mustermann

Gestorben an der Kreissäge, weil sich seine Smokingfliege verheddert hat.


Dumm glelaufen. Wem ist das egal? Max Raabe. Hallo, ich scheiße auf alles. Hauptsache die Kasse stimmt.

Ich hab nichts gegen dein Palastorchester. Aber ich hasse dich weil du eine schwache Person mit einer starken Stimme bist. Eine gefährliche Kombination, gut das du sehr dümmlich bist sonst wärst du eine Gefahr für die Demokratie. Und jetzt hau ab und spiel den Affen für die Ehefrauen von Accounting Managern.

Dienstag, 9. Dezember 2008

Endlich ...

Haben die Katholiken was in der Hand!





















Und Onanieren macht auch bald wieder blind,
man hofft auf die Chinesen.

Donnerstag, 27. November 2008

Die Welt ist nicht zu retten

Es ist Donnerstagmorgen.
Ich stehe auf und blinzel die Welt an, kein Bock aufzustehen.
Kein Bock loszugehen.

Die Welt ist ungerecht, will mich nicht schlafen lassen.
Verlangt blöde nutzlose Sachen von mir.
Ich bin genervt, vielleicht auch frustriert.
Ein neuer Tag gilt als ein neues Los in Sachen Lebenslotto.

Scheiße. Niete.

Kaffee, mein wohl einziges morgendliches Ritual, mildert meinen Weltschmerz.

Ich mache den Fernseher an und sehe zu, wie irgendwo am anderen Ende der Welt ein Stadt als Geisel genommen wird.
Spannend.

Doch irgendwie nicht spannend genug für die Fernsehlandschaft.
Ich hab über hundert Fernsehprogramme und grad mal drei halten es für nötig mir zu zeigen, dass ich gefälligst mal die Fresse halten soll, von wegen Weltschmerz und so ein Müll.


Pass mal auf, hier fliegen Leute auseinander und lassen nur noch Fetzen ihrer selbst für ihre Verwandten da.
Die haben da sicher genauso wenig Bock drauf, wie du Bock hast, aufzustehen.


Der Rest der Fernsehsender tut weiter auf heile Welt und gaukelt mir vor, dass es allen besser geht als mir. Und falls es jemanden schlechter geht, heult der solange rum, bis Zwegat anmarschiert.
Man soll ja an kurzer Leine gehalten werden.

Aber ich weiß jetzt schon, dass diese Drecksfernsehsender nächstes Jahr um diese Zeit ein voll umstrittenen Film mit voll heftiger Starpower ins Abendprogramm bringen werden und sich dabei feiern, wie sehr dieser Film doch zeigt wie die Leute gelitten haben und welch Schmerz in diesem Jahrhundertwerk vermittelt wird.

Geilo. Ich freu mich jetzt schon.

Ich drück den roten Knopf und es herrscht Stille.
Nur aus dem Radio röhrt mir ein, mir grad scheißnaiv vorkommender, Westernhagen "Freiheit..." entgegen.
Na, wenn das mal Zufall ist.


Ich krieg das Kotzen und muss auf Klo.

Bye bye, Kaffee.

Hallo Welt.

Sonntag, 9. November 2008

"David und sein Pegel" oder "Auf Weltreise in Balkonien"

Studentenparty.
Irgendwo Gaarden-Süd.
Viele Leute. Viel Gerede.
Um noch viel mehr Nichts.

Und ich.

mittendrin

Als notorischen Raucher treibt es mich alsbald unweigerlich in den gekennzeichneten Raucherbereich.

Balkon.

Hier hat sich mittlerweile eine bunte Mischung an Menschen unterschiedlichster Herkunft eingefunden. Aber alle haben dasselbe Ziel: Lungenkrebs. Wer als letzter noch lebt, muss vom Balkon springen.
Nebensache.

Ich habe andere Pläne.

Als Getränkehalter wurde hier offensichtlich das Balkongeländer auserkoren. Ein Spiel mit dem Feuer.
Mein Pegel und ich schließen eine Wette ab, ob ich es schaffe, mein Halbe-Liter Bierglas auf den zirka zehn Zentimeter schmalen Sims abzustellen.
3. Stock.
Pegel gewinnt.

In Gedenken an meine vor kurzem verschiedene Mische zünde ich mir eine Zigarette an und schließe mich dem allgemeinen Wettlauf um den Krebs an.
Währenddessen sehe ich mir das weitere Geschehen an und stelle fest, das niemand mit mir trauert. Keiner hat etwas bemerkt?
Es scheint hier wohl allgemein der Pegel zu regieren.

Ich packe mich am Kragen und werfe mich in einen Gesprächskreis. Die Leute sind hier fremdenfreundlich.
Als erstes unterhalte ich mich mit einem wild bewachsenem Heavy Mörtler über seine zur Schau getragene Unangepasstheit an äußerliche Konformitäten und vergewissere ihm, dass ich innerlich ganz auf seiner Seite stünde.
Wir werden Freunde und reden über Dinge, deren Inhalt irgendwo auf dem Grund meiner Bacardi Black Flasche versteckt liegen.

Eine neue Gestalt betritt die Raucherzone und fragt meinen Gesprächspartner nach einer Zigarette.
Standesgemäß hat dieser nur Drehtabak zur Verfügung, gibt ihn aber gerne ab.
Der Blick des grad Beschenkten verrät schon: Das hatte er sich leichter vorgestellt.
Will nicht unhöflich sein und fängt an sich ein zu drehen.
Er bemüht sich sichtlich.
Irgendwann wird es mir einfach zu viel und ich bekomme das dringende Gefühl intervenieren zu müssen.
Mach ich dann auch.
Wortlos nehme ich ihm den Tabak aus der Hand und fange an zu drehen.
Etwas perplex über dieses unangekündigte Einschreiten eines völlig Fremden, schaut er mich fragend an,
kann meinem entschlossenen Blick jedoch entnehmen, dass ich ihm diese Zigarette drehen werde, komme was da wolle.

Nach ungefähr einer Minute erfolglosen Bastelns fällt mir auf, das da ein Filter mit im Spiel ist.
Verdammt, ich kann doch gar nicht mit Filter drehen!
Egal, hier wird nicht geklemmt.
Ich konzentriere mich stark und blende alles um mich herum aus.
Nach einer gefühlten Ewigkeit bin ich mit dem Ding soweit fertig.

Leck es an.

Und um zu prüfen, ob das auch alles Abgabebereit ist,
schüttel ich nochmal kräftig.

Dann, kurz davor dem Typen auf die Schulter zu tippen, sehe ich:
ich habe nur noch den Filter in der Hand.

Panik

Ich guck mich um: Keiner gesehen, puh!

Ich ducke mich unauffällig und sammle Tabak und Papierreste vom Boden auf,
schmeiß das ganze Desaster über den Balkon
und gebe dem Typen eine von meinen normalen Zigaretten, nachdem ich den Filter abgebrochen habe.

"Hier. Fertig. Aber ohne Filter, damit kann ich nicht so gut drehen, ich hoffe das geht in Ordnung."

Der freut sich, ich nicke ihm zustimmend zu und verlasse, jeglicher Schmach entkommen, den Balkon und mache mich auf die Suche nach meiner Mische, die ich doch hier irgendwo abgestellt haben müsste...

Dienstag, 27. November 2007

Katerfrühstück

So lang, wie der gestrige Abend war, so unerträglich war der nächste Morgen,...

Blass und bibbernd saß er über die Müsli-Schale gebeugt am Küchentisch.

Der Wasser-Boiler war mal wieder ausgefallen und sein durch die Mangel gedrehter Kreislauf hatte die Unterkühlung durch die Dusche bis jetzt noch nicht wieder auf die Reihe bekommen.
Das unerträgliche Krachen beim Kauen der Zimtchips hallte so stark in seinem Schädel wieder, dass er befürchtete, sein Trommelfell würde gleich entnervt die Koffer packen.
Also ließ er sein Katerfrühstück erst einmal zwanzig Minuten in der Milch einweichen, bevor er es nach kurzer Bearbeitung mit einem Latte-Macchiato-Stab aus der Schüssel schlürfen konnte.
Die Hürde war geschafft.
Zeit das der Tag zu Ende geht.

Es ist 11.30 Uhr

In naiver Hoffnung wird der Fernseher angeschmissen:

fortsetzung folgt...

Dienstag, 20. Februar 2007

Der Schlaf heiligt die Mittel - Part I

Hallo lieber uninteressierter Leser,

um es gleich vorwegzunehmen, ich achte je nach Lust und laune mal mehr und mal weniger auf ansatzweise korrekte Orthografie. Mal hier mal da zwei bis vier rechtschreiblos akzentuierte Sätze schafft Nähe. Man soll schließlich glauben, ich sei auch nur ein Mensch. Was bisweilen zutreffen mag, aber mein wahres, hochintellektualisiertes Ich begreifen nur diejenigen, die sich klein genug fühlen!
also fühlt euch bitte klein und beeindruckt, sonst ist alles sinnlos, was ich hier schreibe und verliert sich in der pseudo intedingsität eines Kürbisses.

Wenn die Audience dann soweit wäre,... (Anglizismen heben das Verständnis der MTV-Generation)
Ich hab viel zu sagen, deshalb schreibe ich hier auch rein. Ich weiß bloß noch nicht genau, wo ich anfangen soll, bzw womit ich niemanden überfordere.
Ich könnte über aktuelle Themen schreiben, wie zum Beispiel Alkohol und meine Erlebnisse mit diesem besten aller Freunde, dass wäre plagiatorisch korrekt, aber moralisch nicht vertretbar. Obwohl, es liegt im Trend. Da machen nichtmal Fernsehsender wie Sat.1 und RTL halt.
Wie gehabt, ich bin anders. Meine zweite Lieblingsdroge neben Alkohol und guter Musik ist schlafen.
So profan das auch klingen mag, gerade ich als intellekritischer Mensch, der sein Umfeld als solches wahrnimmt und täglich einen Gehirnzellen denaturierenden Input eingespeist bekommt, der wahrlich von schlechten Eltern ist, kann den Schlaf gut benützen um salopp gesagt "klar zu kommen".
Außerhalb des Schlafs ist mir dieser Prozess des Auswertens und Verarbeitens verwährt. Ständig werde ich bombardiert mit immer neueren und abstrusern Geistesabstürzen meiner Mitmenschen, oder auch Sauerstoffschmarotzer, je nachdem.
Keine ruhige Minute kann vergehen, bis nicht schon der nächste Opfer seiner selbst wird.
Ich komme gerade noch mit Mühe und Not bis zur Erkenntnis : "Das hat er grad nicht gebra....!", da werd ich auch schon schräg von der Seite angeschnitten und muss beobachten, wie verfaultes Gehirn an Ohrläppchen heruntertropft.
Ich gebe bewusst keine Beispiele, ansonsten wäre dieser Text viel zu wertend, um für mich unbeschadend in Öffentlichkeit verpublizitiert werden zu können. Ich hoffe ihr versteht. Wenn nich, dann : "Buh buh gah gah, nimm deinen Schnuller."
Radikal? Nein, radikal wäre : "dann nimm deinen chloroformgetränkten schnuller"
und das sogar auf drei Ebenen:
Nummer 1: es ist alles klein geschrieben. Es suggeriert Kleinwüchsigkeit und im Zusammenhang mit dem Vorhergeschriebenen ergibt es 'ja ich halte dich für geistig klein gewachsen, der du dies nicht verstehst'
Nummer 2: der Satz beinhaltet ein Wort mit 20 Buchstaben. Für kurz zuvor erwähnte Personenkreise unmöglich zu erschließen, ja gar zu begreifen. Beim konstruieren hing mir ein Bild aus der griechischen Mythologie vor meinem geistigen Auge. Eben jenes, wo irgeind ein Dummbatz von aus der ich-wär-so-gern-ein-Held Riege knietief im Wasser steht. Über ihm ein Baum, voll mit Früchten. Doch neenee, so schön is das alles natürlich nicht. Will er sich Bücken, versickert das Wasser, streckt er sich nach den Früchten, hebt ein Windhauch sie aus seiner Reichweite. Noch unangenehmer ist der Umstand, dass er zwar unsterblich ist, aber dennoch Hunger und Durst verspüren kann. Blöde Gesamtsituation. Das einzige was er bekommt, ist ein Hexenschuss und Blasenentzündung. Tagein tagaus im kalten Wasser stehen fordert nunmal irgendwann seinen Tribut. (Eine gewisse Hinterlist darf man den altgriechischen Göttern schon nachsagen.)
So verhält es sich dann auch bildlich gesprochen mit den kleinhirnlich gewachsenen. Eine Tragödie.
Nummer 3: der schlichte Umstand, das chloroformgetränkte Schnuller mal echt mies sind.

Das war mal gepflegt abgeschwiffen. Aber gut. Ich wollte eigentlich erläutern, warum der Schlaf mich (wie Alkohol, nur anders) mit der Dummheit dieser Welt klarkommen lässt, muss mich aber kurz fassen, da ich noch ins Kino wollte.

Also... hach,...nö, keine Lust mehr.

Erzähl ich euch nächstes mal. Ich geb jetzt einfach mal an den Kürbis ab. Der möcht' sicher auch noch was dazu sagen. Ballspielen mochte ich schon immer.


auf wiedersehen!



-EDIT-

( scheiße, ein weiterer beweis, dass man unter drogeneinfluß nix schreiben sollte ... )



Dienstag, 2. Januar 2007

physik im weltraum

herzlich willkommen an alle 3 personen die hier in den nächsten 2 1/2 jahren reinschauen werden und spätestens hier schon wieder aufgehört haben zu lesen!
ich hab nun auch nicht vor groß von meinem tag zu erzählen,(welcher bisweilen grad erst begonnen hat, also is da auch nich viel zu holen... gut, ich hab halt kaffee gemacht in der hoffnung das klebrige zeug hält, in einer überstarken dosis, meinen kopf davon ab auseinanderzuspringen, tjoa, jetzt hab ich nasenbluten) sowas kann lenni besser, ich werd einfach mal dies und das hier reinschreiben, ob's euch gefällt oder nicht is mir wurscht (ausser wenn 'n talent-scout unter euch sein sollte, weißt bescheid)

Ich lasse meinen Blick durch die Kraterlandschaft meines Zimmers schweifen und entdecke, versteckt unter zwei Büchern und einem halbherzig abgeleckten Löffel, einen über und über versifften Zettel*, auf dem ich eines Tages eine kleine Geschichte verfasst habe.
Eine Geschichte, die meiner Verzweiflung während der Physik-Klausur Ausdruck verleihen sollte. Ich habe sie während der Klausur verfasst. Nein, nicht parallel dazu....
Ich gebe sie so wieder, wie sie geschrieben steht. (Man führe sich vor Augen, dass ich in perfekter Planlosigkeit vor einer Physik-Klausur sitze, sie zur Seite lege, und denke, ich sollte der Nachwelt doch mal an meiner Situation teilhaben lassen.)
"Hallo [...]
Ich sitze momentan in der Hölle. Zwar nicht der Ort regiert vom Teufel, aber mit Sicherheit erdacht von einem solchen. Er befindet sich im Untergrund der Schule und jedesmal, wenn eine Klasse sich einem erneuten Test zur Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung unterziehen muss, wird sie hier herein geführt... ironischerweise ist es hier schweinekalt, Schweißperlen rinnen aus Angst die Schläfe herunter, nie weil es zu heiß ist.
Aber das ist noch nicht das Erniedrigende an diesem Raum, denn um die Wunde der Tragödien, die hier durchlebt werden, noch tiefer zu reißen, steht am Ende des Raums, keusch verdeckt mit einem verstaubten Tuch, ein Billardtisch! Wieviel Unmenschlichkeit und perverses Gedankengut muss sich da im Gehirn des Raumgestalters befunden haben, dass es nach jahrelanger Unterdrückung ausbrach um sich mit all seiner Abartigkeit in der Gestaltung eben dieses Raums zu manifestieren? Ich bin zwar kein Psychoanalytiker, aber ich tippe auf Heimkind. Eingeliefert nachdem er sich geweigert hatte, sich weiter von den geistesgestörten Dackeln seiner Eltern sexuell belästigen zu lassen.
Doch selbst im Heim hatte er dieses Trauma nie richtig verarbeiten können, denn Heimvater Jahn hatte zwei gut trainierte Frettchen,...(die konnten einiges, auch ohne Kondom und Gleitgel)
Wären es nicht mitunter Minderjährige, die diesem vor schwarzem Chi platzenden Raum, ausgesetzt werden, würde ich glatt Mitleid für diese tragische Gestalt empfinden, aber es ist einfach unverzeihlich. Da gilt auch Nager-im-Darm nicht als Entschuldigung. Dieser verdammte Billardtisch,...
Aber ich schweife ab,... um genau zu sein fühle ich mich auch nicht unwohl momentan, eher gelangweilt. Die Physik-Klausur liegt leicht versetzt vor mir auf dem Tisch und ich fühle mich ihr gegenüber, als stünde ich vor einem Schaltpult mit grob geschätzt halb so vielen Knöpfen, wie es Plankton im Pazifik gibt. Ich bin sozusagen der Held, der das fremde Raumschiff betreten und soweit auch schon alles wichtige erledigt hat (alles gnadenlos niedergemetzelt, was mehr als zwei Augen hat, letzte noch lebende Frau der Erde abgeschleppt,... und solche Sachen halt) Jedoch nun vor dem dicken Problem steht, den Knopf zu finden, der den Countdown stoppt. (wie konnte es anders sein)
Da steht er nun, eingesaut mit einer Farbe, die nur Alienblut haben kann und einer leicht blutenden Wunde an der rechten Schläfe. Nach dem obligatorischen Kratzen am Heldenbart keimt in ihm die Gewissheit, dass zehn Sekunden definitiv nicht ausreichen werden, grob gepeilt 64 Billionen Knöpfe auszuprobieren.
Er dreht sich noch ein letztes mal um und nähert sich entlang einiger Stuhlreihen dem überdimensionalen Plasmabildschirm, auf dem die Erde zu sehen ist. Trauer macht sich auf den Weg, seine momentane Gefühlslage zu überwältigen, wenn nötig mit Gewalt. Doch als er an den Bildschirm treten will, um in einem dramatischen Moment die Abbildung seines Heimatplanetens noch ein letztes mal berühren zu können, stolpert er über eine Popcorntüte.
Unschlüssig hebt er sie auf und lässt dabei seinen Blick flüchtig über den Raum schweifen. Eigentlich nur um sicherzustellen, dass keine popcornvernarrte Alienbrut mehr am leben ist. Doch entgegen aller Erwartungen, und er war auf alles gefasst gewesen, sieht er plötzlich dutzende, in Hast achtlos auf den Boden geworfene Popcorntüten zwischen den Stuhlreihen. Tacitos mit Salsa-Sauce fehlen natürlich nicht und unschönerweise liegen diverse offene Dip-Saucen auf dem Teppich verstreut.
Erst jetzt fiel ihm die vertraute Anordnung der Stühle auf. Alle nach vorn gerichtet und bei genauerem Hinsehen konnte er sogar den einen oder anderen Getränkehalter ausmachen. Die Dämmerung blieb ihm zwar aufgrund der weltraumlichen Begebenheiten verwehrt, aber der Groschen fiel. Laut und nachhallend, der Hohlraum war schliesslich gegeben. Diese Schweine. Wie konnten sie es wagen! Zwar innerlich erleichtert, in eine Popcorntüte getreten zu sein und nicht in eine für seine neuen Venice-Turnschuhe verheerende Chili-Sauce, war das doch ein harter Brocken. Er zwang sich innerlich zur Ruhe und löschte seinen Durst nach Rache, indem er sich einredete, er hätte schliesslich schon präventiv Rache genommen.
Befriedigt und auch irgendwie befreit durch diesen Gedanken sucht sich unser Held einen der vorderen Plätze aus. Von den hinteren hatte man zwar eine bessere Sicht, er wollte jedoch nicht das Risiko eingehen, sich auf einen Logenplatz zu setzen. Er hatte schon öfter die Unannehmlichkeit auf sich nehmen müssen, den Platz für den rechtmäßigen Pächter verlassen zu müssen, nachdem er sich nach dem Erwerb einer Parkett-Karte heimlich auf die 1,50 $ teureren Logenplätze gesetzt hatte. Ein Spiel mit dem Feuer, aber wenigstens blieb dann noch etwas vom Taschengeld für Popcorn über.
Derartige Peinlichkeiten wollte er diesmal tunlichst vermeiden. Also lockerte er den Gürtel, lehnte sich zurück und freute sich auf die nun folgende Show. Das mag vielleicht zynisch klingen, aber Helden müssen so sein.
Nachdem der Countdown zum Ende gekommen war, wurde es kurz dunkel im Raumschiff. Dieser Umstand ist auf den enormen Energiebedarf eines Plasmabilschirms zurückzuführen, der auf Breitbild umgestellt wird. Der Zentralcomputer entschuldigte sich noch knapp, und etwas zu formal, wie unser Protagonist empfand, für die Verzögerung und löste die planetenzerstörende Bordkanone aus. Mit einem Anflug von Wehmut dippte der Held ein erstes** und letztes mal einen Popcorn in Salsa-Sauce und schaute zu, wie die Erde sich erstaunlich verhalten in Staub auflöste. Feuer ging nicht, ist ja im Weltraum, da kann nix brennen. Soviel hatte er gelernt. Aber etwas mehr hatte er schon erwartet, wofür war sonst ein so großer Bildschirm und all das Popcorn angeschafft worden? Und wofür hatte er überhaupt gekämpft?
Als die enorme, wenn auch unspektakuläre, Druckwelle das Schiff erreichte und es mitsamt Held und seinen verspäteten Zweifeln in seine Einzelteile zerlegte, nahm diese Geschichte ein ebenso unspektakuläres Ende. Was im Prinzip auch relativ egal ist, lebt ja doch niemand mehr, der dieses Ende "nicht" kennt. Tragisch, oder?
FIN......

so erging es mir bereits, als ich meine Physik- Klausur lediglich betrachtete. nur das mit dem Popcorn war gelogen. Ich hatte keins. "

* Ich lasse "versifft" mal als einen recht weitgreifenden Begriff hier stehen, da ich denke, wenn ich "voller Kaffeeflecken"geschrieben hätte, wäre es einfach zu...stereotypisch.

** Er hatte sich vorher nie die, mit 2,50$ hoffnungslos überteuerte, Salsa kaufen können