Dienstag, 9. Dezember 2008

Endlich ...

Haben die Katholiken was in der Hand!





















Und Onanieren macht auch bald wieder blind,
man hofft auf die Chinesen.

Donnerstag, 27. November 2008

Die Welt ist nicht zu retten

Es ist Donnerstagmorgen.
Ich stehe auf und blinzel die Welt an, kein Bock aufzustehen.
Kein Bock loszugehen.

Die Welt ist ungerecht, will mich nicht schlafen lassen.
Verlangt blöde nutzlose Sachen von mir.
Ich bin genervt, vielleicht auch frustriert.
Ein neuer Tag gilt als ein neues Los in Sachen Lebenslotto.

Scheiße. Niete.

Kaffee, mein wohl einziges morgendliches Ritual, mildert meinen Weltschmerz.

Ich mache den Fernseher an und sehe zu, wie irgendwo am anderen Ende der Welt ein Stadt als Geisel genommen wird.
Spannend.

Doch irgendwie nicht spannend genug für die Fernsehlandschaft.
Ich hab über hundert Fernsehprogramme und grad mal drei halten es für nötig mir zu zeigen, dass ich gefälligst mal die Fresse halten soll, von wegen Weltschmerz und so ein Müll.


Pass mal auf, hier fliegen Leute auseinander und lassen nur noch Fetzen ihrer selbst für ihre Verwandten da.
Die haben da sicher genauso wenig Bock drauf, wie du Bock hast, aufzustehen.


Der Rest der Fernsehsender tut weiter auf heile Welt und gaukelt mir vor, dass es allen besser geht als mir. Und falls es jemanden schlechter geht, heult der solange rum, bis Zwegat anmarschiert.
Man soll ja an kurzer Leine gehalten werden.

Aber ich weiß jetzt schon, dass diese Drecksfernsehsender nächstes Jahr um diese Zeit ein voll umstrittenen Film mit voll heftiger Starpower ins Abendprogramm bringen werden und sich dabei feiern, wie sehr dieser Film doch zeigt wie die Leute gelitten haben und welch Schmerz in diesem Jahrhundertwerk vermittelt wird.

Geilo. Ich freu mich jetzt schon.

Ich drück den roten Knopf und es herrscht Stille.
Nur aus dem Radio röhrt mir ein, mir grad scheißnaiv vorkommender, Westernhagen "Freiheit..." entgegen.
Na, wenn das mal Zufall ist.


Ich krieg das Kotzen und muss auf Klo.

Bye bye, Kaffee.

Hallo Welt.

Sonntag, 9. November 2008

"David und sein Pegel" oder "Auf Weltreise in Balkonien"

Studentenparty.
Irgendwo Gaarden-Süd.
Viele Leute. Viel Gerede.
Um noch viel mehr Nichts.

Und ich.

mittendrin

Als notorischen Raucher treibt es mich alsbald unweigerlich in den gekennzeichneten Raucherbereich.

Balkon.

Hier hat sich mittlerweile eine bunte Mischung an Menschen unterschiedlichster Herkunft eingefunden. Aber alle haben dasselbe Ziel: Lungenkrebs. Wer als letzter noch lebt, muss vom Balkon springen.
Nebensache.

Ich habe andere Pläne.

Als Getränkehalter wurde hier offensichtlich das Balkongeländer auserkoren. Ein Spiel mit dem Feuer.
Mein Pegel und ich schließen eine Wette ab, ob ich es schaffe, mein Halbe-Liter Bierglas auf den zirka zehn Zentimeter schmalen Sims abzustellen.
3. Stock.
Pegel gewinnt.

In Gedenken an meine vor kurzem verschiedene Mische zünde ich mir eine Zigarette an und schließe mich dem allgemeinen Wettlauf um den Krebs an.
Währenddessen sehe ich mir das weitere Geschehen an und stelle fest, das niemand mit mir trauert. Keiner hat etwas bemerkt?
Es scheint hier wohl allgemein der Pegel zu regieren.

Ich packe mich am Kragen und werfe mich in einen Gesprächskreis. Die Leute sind hier fremdenfreundlich.
Als erstes unterhalte ich mich mit einem wild bewachsenem Heavy Mörtler über seine zur Schau getragene Unangepasstheit an äußerliche Konformitäten und vergewissere ihm, dass ich innerlich ganz auf seiner Seite stünde.
Wir werden Freunde und reden über Dinge, deren Inhalt irgendwo auf dem Grund meiner Bacardi Black Flasche versteckt liegen.

Eine neue Gestalt betritt die Raucherzone und fragt meinen Gesprächspartner nach einer Zigarette.
Standesgemäß hat dieser nur Drehtabak zur Verfügung, gibt ihn aber gerne ab.
Der Blick des grad Beschenkten verrät schon: Das hatte er sich leichter vorgestellt.
Will nicht unhöflich sein und fängt an sich ein zu drehen.
Er bemüht sich sichtlich.
Irgendwann wird es mir einfach zu viel und ich bekomme das dringende Gefühl intervenieren zu müssen.
Mach ich dann auch.
Wortlos nehme ich ihm den Tabak aus der Hand und fange an zu drehen.
Etwas perplex über dieses unangekündigte Einschreiten eines völlig Fremden, schaut er mich fragend an,
kann meinem entschlossenen Blick jedoch entnehmen, dass ich ihm diese Zigarette drehen werde, komme was da wolle.

Nach ungefähr einer Minute erfolglosen Bastelns fällt mir auf, das da ein Filter mit im Spiel ist.
Verdammt, ich kann doch gar nicht mit Filter drehen!
Egal, hier wird nicht geklemmt.
Ich konzentriere mich stark und blende alles um mich herum aus.
Nach einer gefühlten Ewigkeit bin ich mit dem Ding soweit fertig.

Leck es an.

Und um zu prüfen, ob das auch alles Abgabebereit ist,
schüttel ich nochmal kräftig.

Dann, kurz davor dem Typen auf die Schulter zu tippen, sehe ich:
ich habe nur noch den Filter in der Hand.

Panik

Ich guck mich um: Keiner gesehen, puh!

Ich ducke mich unauffällig und sammle Tabak und Papierreste vom Boden auf,
schmeiß das ganze Desaster über den Balkon
und gebe dem Typen eine von meinen normalen Zigaretten, nachdem ich den Filter abgebrochen habe.

"Hier. Fertig. Aber ohne Filter, damit kann ich nicht so gut drehen, ich hoffe das geht in Ordnung."

Der freut sich, ich nicke ihm zustimmend zu und verlasse, jeglicher Schmach entkommen, den Balkon und mache mich auf die Suche nach meiner Mische, die ich doch hier irgendwo abgestellt haben müsste...