Es ist Donnerstagmorgen.
Ich stehe auf und blinzel die Welt an, kein Bock aufzustehen.
Kein Bock loszugehen.
Die Welt ist ungerecht, will mich nicht schlafen lassen.
Verlangt blöde nutzlose Sachen von mir.
Ich bin genervt, vielleicht auch frustriert.
Ein neuer Tag gilt als ein neues Los in Sachen Lebenslotto.
Scheiße. Niete.
Kaffee, mein wohl einziges morgendliches Ritual, mildert meinen Weltschmerz.
Ich mache den Fernseher an und sehe zu, wie irgendwo am anderen Ende der Welt ein Stadt als Geisel genommen wird.
Spannend.
Doch irgendwie nicht spannend genug für die Fernsehlandschaft.
Ich hab über hundert Fernsehprogramme und grad mal drei halten es für nötig mir zu zeigen, dass ich gefälligst mal die Fresse halten soll, von wegen Weltschmerz und so ein Müll.
Pass mal auf, hier fliegen Leute auseinander und lassen nur noch Fetzen ihrer selbst für ihre Verwandten da.
Die haben da sicher genauso wenig Bock drauf, wie du Bock hast, aufzustehen.
Der Rest der Fernsehsender tut weiter auf heile Welt und gaukelt mir vor, dass es allen besser geht als mir. Und falls es jemanden schlechter geht, heult der solange rum, bis Zwegat anmarschiert.
Man soll ja an kurzer Leine gehalten werden.
Aber ich weiß jetzt schon, dass diese Drecksfernsehsender nächstes Jahr um diese Zeit ein voll umstrittenen Film mit voll heftiger Starpower ins Abendprogramm bringen werden und sich dabei feiern, wie sehr dieser Film doch zeigt wie die Leute gelitten haben und welch Schmerz in diesem Jahrhundertwerk vermittelt wird.
Geilo. Ich freu mich jetzt schon.
Ich drück den roten Knopf und es herrscht Stille.
Nur aus dem Radio röhrt mir ein, mir grad scheißnaiv vorkommender, Westernhagen "Freiheit..." entgegen.
Na, wenn das mal Zufall ist.
Ich krieg das Kotzen und muss auf Klo.
Bye bye, Kaffee.
Hallo Welt.